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Bock, Hieronimus: Kreütterbuch

eine wunderschöne kolorierte Ausgabe mit Originaleinband und funktionstüchtigen Schliessen

Straßburg, Johann Rihel
1595 (28. August)


Titelblatt (faksimilisiert):
Kreütterbuch; darin Unterscheidt Nammen, Würckung der Kreütter, Stauden, Hecken und Bäumen / mit ihren Früchten / so in Teutschen Landen wachsen / auch der selben eigentlicher und wolgegründter Gebruach inn der Arzney / fleißig dargeben, Leibs gesundheit zu fürdern und zu behaltensehr nützlich und tröstlich, bevorab dem Gemeinen und Einfaltigen Mann. Item von den vier Elementen, zamen und wilden Thieren / auch Vögeln und Fischen / Milch / Käß / Butter / Honig / Wachs / Zucker / Saltz / Brot / Wein / Essig / Iely / Eyer / Blut / Schmaltz / Umschlit / allerhand Kochkreutter / Specereyen / und Gwürtz. Auch wie alle Speiß und Drank / Gesunden und Krancken / dargereicht werden solle. Alles durch H. Hieronymum Bock / auß langwüriger und gewisser Erfahrung beschriben. Hernacher mit vilen nutzlichen Experimenten gemehret / durch den hochgelehrten MELCHIOREM SEBIZIVM, der Arzney Doctorem und Physicum zu Straßburg. Jetztundt aber auffs new ( mit aller deren Kreutter Namen / so bey den Berühmptesten Alten und Newen Herbariis zu finden / und wie die selben heutigen tags inn den Apotecken / und sonst von den Kreutlern gemeynlich genennet werden / verglichen / und auch wie die Kreutter zu sameln und zu erhalten / neben vielen andern zu der Arzney gehörigten stucken verbessert. Sampt Sechs nützlich Registern . Mit Röm. Key. May. Freyheit auff zehen Jar, Gedruckt zu Straßburg / im Jar M. D. XCV.

Letzte Seite: Gedruckt in der freyen Reichsstatt Straßburg / durch Josiam Rihel M.D..XCV. 28. Augusti

VD 16 B6025, STC 130. Nissen BBI 182. Pritzel 866. Blake 76. Vgl. Garrison-Morten 229, Ritter 1023

Diese Ausgabe enthält ausserdem die "Teutsche Speiskammer", eine Art volksmedizinischen Ernährungsberater mit Tips für HAus und Hof, Auch dieser Erweiterungstheil ist mit kolorierten Holzschnitten versehen.

Leder auf Holz, florale Blingprägung, 2 funktionstüchtige Schließen, die allerdings 100-200 Jahre jünger sein dürften, als der Einband, Reste eines Etiketts am Buchrücken, Einband berieben, fleckig, beschabt und bestossen, am hinteren Buchdecken an der unteren Ecke ist das Leder stärker gerissen und ca in der Mitte ist eine hinterlegte Fehlstelle im Leder, einige Buchwurmlöcher, Buch etwas verzogen, 3seitiger Grünschnitt (berieben, fleckig und ausgebleicht), Vorsatzblätter beschriftet (Bleistift und braune Tinte), Seiten gebräunt, fleckig (Finger, Tinte, etc), teilw eingerissen, vor allem ca die ersten 50 Seiten, sowie einige Blätter am Ende und im Buch weisen am unteren rechten Eck restauriert/verstärkte Abrisse auf (bei einigen Seiten minimaler Textverlust; Kopien liegen bei), wenige Wasserflecken, ein paar kleine handschriftliche Notizen, ein paar Quetschfalten, einige kleinere Restaurationen

34 (von 36) nn Bl., 470 Bl.; 24 nn Bl.
A6-d6, e8, f4, A6-Z6, Aa6-Zz6, Aaa6-Zzz6, AAA6-HHH6, JJJ8, KKK4, LLL6, MMM6, NNN8
500 liebevoll und sauber kolorierte Holzschnitte
Titelblatt, a6 und Seite 451 als Faksimile eingefügt

Hieronymus Bock, genannt Tragus, 1498 - 21. Februar 1554 in Hornbach, war ein deutscher Botaniker, Arzt und lutherischer Prediger 1522 erhielt er eine Anstellung als Lehrer und Botaniker in Zweibrücken, der Residenz Herzog Ludwigs II., im März 1532 wurde Bock Leibarzt Ludwigs, erhielt 1533 als verheirateter Laie (!) eine Pfründe im Hornbacher Fabiansstift, 1536, oder spätestens 1538, übernahm Bock das Pfarramt der Gemeinde Hornbach. 1548 brachte das Augsburger Interim einen großen Rückschlag für die Reformation und in Hornbach etwa musste Abt Kintheuser, der mit Bock befreundet war, resignieren dem Katholiken Johann Bonn von Wachenheim weichen. Dieser sperrte Bock und den anderen lutherischen Stiftsherren die Einkünfte und forderte sie am 26. Januar 1550 ultimativ auf, entweder der lutherischen Lehre oder ihres Kanonikates zu entsagen. Somit war die Stellung Bocks unhaltbar geworden, auch Herzog Wolfgang konnte ihm nicht helfen. Ende Juli 1550 war Bock jedenfalls als Leibarzt Graf Philipps II. in Saarbrücken. Schon 1552, also vermutlich unmittelbar nach dem Passauer Vertrag, der den Interimsbestimmungen ein Ende setzte, kehrte Bock nach Hornbach zurück.

Als begeisteter Naturfreund durchstreifte er die Wälder seiner Heimat und schilderte die dort gefundenen Pflanzen. Sein Text war sinnig, aber oft derb, wie es der Sitte der damaligen Zeit entsprach. Das Kreutterbuch 1539 erschienen in erster Auflage in Straßburg und zwar ohne Abbildungen. Diese Ausgabe war ein Fehlschlag. Im Jahre 1546 erschien ein wahres Volksbuch mit guten Zeichnungen des jungen David Kandel, den er anlernte. 1552 wurde das Werk sogar ins Lateinische übersetzt und erlebte bis weit ins 17. Jahrhundert hinein zahllose Neuauflagen und Nachdrucke. - Der große Erfolg des Werkes beruht auf den sorgsamen Beobachtungen und Beschreibungen Bocks sowie seiner langjährigen Erfahrung als Arzt. Seine Pflanzenbeschreibungen sind dabei weitaus genauer und zutreffender als die aller bisherigen Werke ähnlicher Art. Seine Systematisierungen allerdings leiden unter dem Versuch, die eigenen Erfahrungen und Beobachtungen mit den überlieferten wissenschaftlichen Werken der Antike in Einklang zu bringen - ein aussichtsloses Unterfangen: Seine Taxonomie bezog sich noch auf die vegetativen Merkmale der Pflanzen und nicht auf die Blüten. In der lateinischen Fassung des Kräuterbuches wird zum ersten Mal die moderne Fassung der Riesling-Rebe beschrieben.

Weitere volksmedizinische Werke, die ganz bewusst in deutscher Sprache erscheinen, sind die Bader-Ordnung von 1550, eine Art Handbuch für den Badegast; und die Teutsche Speißkammer oder was gesunden und kranken Menschen zur Leibesnahrung gegeben werden soll von 1540: kein Kochbuch, sondern gewissermaßen der erste neuzeitliche Ernährungsratgeber. - Sein einziges theologisches Werk ist der (nur handschriftlich erhaltene) Sendbrief an die Gemeinde in Hornbach, in dem Bock seine ehemaligen Gemeindeglieder mahnt, fest an der einmal erkannten Wahrheit der lutherischen Lehre zu bleiben trotz aller Rekatholisierungsbemühungen des Abtes.

David Kandel war der Sohn eines Straßburger Bürgers und wurde wahrscheinlich auch in dieser Stadt geboren. Man weiß sehr wenig über sein Leben. Bekannt wurde David Kandel durch seine zahlreichen Holzschnitte, die biblische Szenen, Portraits und Tierstudien. Seine wichtigsten Werke waren jedoch einige Karten und seine botanischen Holzschnitte in dem "Kreuterbuch" von Hieronymus Bock.Beim Geschlechterbuch von Paul H. Mair firmiert ein David Kandler aus Straßburg als Buchdrucker. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Buchdrucker Kandler mit dem Künstler Kandler identisch ist.

Quelle: Wikipedia

Kreütterbuch


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